Die Landwirtschaft kann ihr großes Potenzial nur ausschöpfen und ihre vielfältigen Aufgaben erfüllen, wenn Wissen zugänglich, nutzbar ist und fortwährend weiter entwickelt wird. Neben dem Wissen über Ressourcen wie Boden, Wasser und Nährstoffe spielen die Anbausysteme (z. B. ökologischer und konventioneller Pflanzenbau) und die darin genutzten Pflanzen eine entscheidende Rolle. Die Pflanzenzüchtung ist somit einer der Bereiche, aus denen zentrale Lösungsbeiträge zur Bewältigung der Herausforderung erwartet werden.

Damit die Effekte der Nutzung pflanzenzüchterischer Innovationen beurteilt werden können, müssen diese in den jeweiligen Anbausystemen genau untersucht und in ihrer sozialen, ökonomischen und ökologischen Auswirkung erfasst werden. Das Wissen über Vor- und Nachteile pflanzenzüchterischer Innovationen in den jeweiligen Anbausystemen ist von herausragender Bedeutung, um eine faktenbasierte Entscheidung bei der Auswahl von Optionen im Pflanzenbau treffen zu können. Dazu ist es notwendig, diese Innovationen im Gesamtsystem umfassend zu betrachten. Hier soll die Förderinitiative „Innovative Pflanzenzüchtung im Anbausystem (IPAS)“ im Rahmen der Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030 einen entscheidenden Beitrag leisten.

Forschungsthemen

 

Auswirkungen unterschiedlicher pflanzenzüchterischer Innovationen in verschiedenen Anbausystemen. Dabei ist sowohl die ökonomische als auch die sozial-ökologische Effizienz zu berücksichtigen. 

Die Forschungsthemen sollen auf die absehbaren Bedarfe für die Ernährungssicherung und die technischen Nutzungen orientiert sein.

Die für die Vorhaben vorgesehenen Nutzpflanzenarten müssen einen nachvollziehbaren Bezug zu den fünf Zielen der Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030 aufweisen.

 

Die 6 Forschungsprojekte im Überblick

Förderzeitraum: 2014-2020

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Das Forschungsvorhaben „AWECOS“ zielt darauf ab, geeignete Züchtungsstrategien für Winterweizen zu identifizieren, die bei unterschiedlichen Wachstumsbedingungen ein optimales Gleichgewicht zwischen Ertragsmenge, Qualität und Nachhaltigkeit sowie verschiedenen ökonomischen, ökologischen und sozialen Kosten bieten. Die Forschergruppe führt Feldversuche durch und bewertet die Vor- und Nachteile der verschiedenen Zuchtstrategien.

Das Projekt „BARLEY BIODIVERSITY“ untersucht, wie die Biodiversität und Produktivität der Gerste (Hordeum vulgare) gesteigert werden kann. Ziel ist es, (1) die vorhandene exotische Vielfalt in der Gerstenzüchtung zu nutzen und (2) innovative Technologien in Form von nicht-invasiver hyperspektraler Bilderzeugung einzusetzen, um die Pflanzenentwicklung und die Pflanzenqualität kostengünstig zu untersuchen. Beide Ansätze werden bei konventioneller sowie Low-Input-Landwirtschaft untersucht. 

Hinter der Abkürzung „BRIWECS“ verbirgt sich ein Forschungsverbund bei dem sich alles um Weizen (Triticum aestivum) dreht. Zunächst werden die züchterischen Ergebnisse der letzten 50 Jahre betrachtet: In Feldversuchen mit Produktionssystemen unterschiedlicher Düngungs- und Pflanzenschutzintensität und unterschiedlichen Umweltbedingungen werden Weizensorten und deren Leistung verglichen. Das übergeordnet Ziel ist, Erkenntnisse für widerstandsfähige Weizensorten und Anbausysteme abzuleiten.

Das Forschungsprojekt „INSUSFAR“ (kurz für: INnovative approaches to optimize genetic diversity for SUStainable FARming systems of the future) zielt darauf ab, geeignete Weizen- und Gerstensorten für nachhaltige Anbausysteme mit reduzierter Bodenbearbeitung und erhöhter biologischer Diversität zu identifizieren. Dafür wird die Interaktion zwischen Genotyp, Umwelt und Anbaumethoden auch in Feldversuchen mit unterschiedlichen Anbaumethoden und -bedingungen genau dokumentiert und ausgewertet.

IMPAC3“ erforscht die Möglichkeiten des Mischanbaus, einer Anbaumethode bei der verschiedene Nutzpflanzenarten gleichzeitig auf einer Fläche kultiviert werden. Das Konsortium baut in einem Feldversuch neuartige Genotypen an und untersucht ihr Potenzial zur Steigerung der Biomasseproduktion in Mischkulturen in drei Bereichen der landwirtschaftlichen Praxis: Ackerland, Grünland und Gehölzkulturen. Im Rahmen des Projektes wird der Anbau in Rein- und Mischkulturbestände miteinander vergleichen.

Das Projekt „NOVISYS“ beschäftigt sich mit pilzwiderstandsfähigen Rebsorten und deren Anbau mit einer neuen Methode, dem „Minimalschnitt im Spalier“ - bei dieser bleibt der Drahtrahmen (Spalier) erhalten, aber die Reben werden wenig bis gar nicht beschnitten. Die resistenten Neuzüchtungen werden im Projekt im neuartigen Produktionssystem angebaut und überwacht. Auch die biologische Vielfalt im Weinberg und die Qualität der daraus entstehenden Weine werden mit den Ergebnissen einer Kontrollgruppe (dem verbreiteten Spalieranbau) verglichen. Ziel ist es, den Einsatz von Fungiziden langfristig zu reduzieren und die neuen Sorten bei Verbrauchern bekannter zu machen.

„Innovative Pflanzenzüchtung im Anbausystem (IPAS)“

„Innovative Pflanzenzüchtung im Anbausystem (IPAS)“

im Rahmen der „Nationalen Forschungsstrategie BioÖkonomie 2030“
Offizielle Bekanntmachung des BMBF 2013

Wissen für eine nachhaltige Landwirtschaft sammeln

Die Förderinitiative „Innovative Pflanzenzüchtung im Anbausystem“ im Überblick
Bild: © iStock.com/abadonian

Bild: © iStock.com/abadonian

01.03.2017 | von Redaktion Pflanzenforschung.de

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Mehrere hundert Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen arbeiten in den Projekten der PLANT 2030 Forschungsprogramme.

Die Projektdatenbank beinhalt alle unter PLANT 2030 derzeit geförderten und abgeschlossenen Programme und Projekte.

Neben Kontaktdaten finden sich Projektbeschreibungen, die über Ziele, Forschungsansätze und Ergebnisse informieren.

Mit den Eckdaten zu Laufzeiten und Fördersummen ergibt sich ein Überblick über die Forschungsförderung der Angewandten Pflanzenforschung in Deutschland.