Startschuss für Pilotphase der weltweit ersten Lignocellulose-Bioraffinerie

23.06.2010 | von Redaktion Pflanzenforschung.de

Vollständige Verwertung des nachwachsenden Rohstoffes erwünscht. (Quelle: © Rainer Sturm / PIXELIO - www.pixelio.de)
Vollständige Verwertung des nachwachsenden Rohstoffes erwünscht. (Quelle: © Rainer Sturm / PIXELIO - www.pixelio.de)

Deutschland möchte an die Spitze der Bioraffinerie-Forschung. Eine neue Pilotanlage soll dabei helfen. 15 Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft erproben einen neuen Ansatz zur umfassenden Nutzung von Holz.

Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner hat Mitte Juni den Startschuss für die Pilotphase der weltweit ersten neuen Lignocellulose-Bioraffinerie gegeben. Im Gepäck hatte sie einen Förderbescheid über knapp 8,5 Millionen Euro aus dem Forschungsprogramm „Nachwachsende Rohstoffe“.

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Bundesministerin Aigner im Kreise der Förderbescheid-Empfänger: (von links nach rechts) Dr. Schütte, FNR; Prof. Buller, Fraunhofer-Gesellschaft; Herr Schweppe, Fraunhofer-Institut für chemische Technologie; Prof. Hirth, Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik; Dr. Wagemann, Dechema.

Bundesministerin Aigner im Kreise der Förderbescheid-Empfänger: (von links nach rechts) Dr. Schütte, FNR; Prof. Buller, Fraunhofer-Gesellschaft; Herr Schweppe, Fraunhofer-Institut für chemische Technologie; Prof. Hirth, Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik; Dr. Wagemann, Dechema.

Quelle: © BMELV

Die Gelder gehen an den zuständigen Forschungsverbund aus 15 namhaften Partnern wie beispielsweise Evonik, Bayer oder die Fraunhofer-Gesellschaft unter Koordination der Dechema. Der Forschungsverbund möchte bis Ende 2012 eine Pilotanlage am Chemiestandort Leuna in Betrieb nehmen.

Die vollständige Verwertung von Holz wird in der Pilotphase nun erstmals getestet. Die drei wichtigsten Holzkomponenten (Lignin, Cellulose, Hemicellulose) lassen sich hierbei voneinander trennen. Lignin kann anschließend zu Biowerk- und Kelbstoffen weiterverarbeitet werden. Auch als Ausgangsstoff für Chemikalien ist Lignin nutzbar. Cellulose und Hemicellulose werden zu fermentierbaren Zuckern verarbeitet und finden daraufhin in der Biotechnologie Anwendung.

Falls die Pilotarbeiten den hohen Erwartungen gerecht werden, wäre der Bau einer großtechnischen Lignocellulose-Bioraffinerie der nächste Schritt auf dem Weg zur Spitze der Bioraffinerie-Forschung. Die Vision der Wirtschaft und der Forscher ist es, mit den Bioraffinerien ähnlich komplexe und vielfältige Produkte herzustellen, wie dies in den heutigen petrochchemischen Raffinerien gelingt. Der Weg weg vom Öl führt zur Bioraffinerie. 

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